Eigenkapitalquote für KMU einfach erklärt
Die Eigenkapitalquote ist die wohl wichtigste Kennzahl zur finanziellen Stabilität. Erfahren Sie, welche Werte für Schweizer KMU als solide gelten und wie Sie das Eigenkapital stärken können.

Die Eigenkapitalquote ist eine der wichtigsten Kennzahlen, wenn es um die finanzielle Stabilität eines Unternehmens geht. Sie zeigt auf einen Blick, wie solide Ihr Unternehmen aufgestellt ist – und wie gut es Krisen überstehen könnte. Für KMU ist sie deshalb ein zentrales Steuerungsinstrument.
Was ist die Eigenkapitalquote?
Die Eigenkapitalquote zeigt den Anteil des Eigenkapitals am gesamten Kapital des Unternehmens (Bilanzsumme). Sie wird in Prozent ausgedrückt und beantwortet die Frage: Welcher Anteil Ihres Unternehmens gehört tatsächlich Ihnen selbst – unabhängig von Banken, Lieferanten oder anderen Gläubigern?
Je höher die Eigenkapitalquote, desto unabhängiger ist Ihr Unternehmen von Fremdfinanzierung – und desto stabiler steht es da.
Warum ist die Eigenkapitalquote so wichtig?
Für KMU ist die Eigenkapitalquote aus mehreren Gründen zentral. Sie ist die wichtigste Kennzahl für Banken bei der Kreditprüfung – ein solider Wert verbessert Ihre Finanzierungskonditionen erheblich. Zudem ist sie ein Puffer in Krisen: Ein Unternehmen mit hoher Eigenkapitalquote kann auch schwierige Phasen überstehen, während ein hoch fremdfinanziertes Unternehmen schnell in Schwierigkeiten gerät.
Auch für potenzielle Investoren, Nachfolger oder Käufer ist die Eigenkapitalquote ein zentrales Bewertungskriterium. Sie signalisiert finanzielle Reife und Risikoresistenz.
Berechnung der Eigenkapitalquote
Die Berechnung ist denkbar einfach: Sie teilen das Eigenkapital durch die Bilanzsumme und multiplizieren das Ergebnis mit 100. Das Eigenkapital finden Sie auf der Passivseite Ihrer Bilanz – es umfasst Aktien-/Stammkapital, Reserven und den Bilanzgewinn. Die Bilanzsumme ist die Summe aller Aktiven (oder Passiven).
Ein konkretes Beispiel
Angenommen, Ihr Unternehmen hat eine Bilanzsumme von 1'000'000 Franken und ein Eigenkapital von 350'000 Franken. Die Eigenkapitalquote beträgt dann: 350'000 geteilt durch 1'000'000 mal 100 ergibt 35 Prozent.
Das bedeutet, dass 35 Prozent Ihres Unternehmens aus eigenen Mitteln finanziert sind, während 65 Prozent durch Fremdkapital (Kredite, Lieferantenrechnungen, Rückstellungen) gedeckt sind.
Welche Eigenkapitalquote ist gut?
Eine gesunde Eigenkapitalquote ist branchenabhängig. Für Schweizer KMU gelten generell folgende Richtwerte: Werte unter 20 Prozent sind als kritisch zu betrachten, Werte zwischen 20 und 40 Prozent sind solide, und alles über 40 Prozent gilt als sehr gut. Im verarbeitenden Gewerbe und im Handwerk werden höhere Quoten erwartet, während kapitalintensive Branchen wie Bau oder Detailhandel oft mit niedrigeren Werten arbeiten.
Wichtig ist die Entwicklung über die Zeit: Sinkt die Eigenkapitalquote kontinuierlich, sollten Sie genauer hinschauen. Eine schrittweise Verbesserung ist hingegen ein klares Zeichen finanzieller Gesundheit.
Eigenkapitalquote verbessern
Die Eigenkapitalquote lässt sich auf drei Wegen verbessern: durch höhere Gewinne (die einbehalten und nicht ausgeschüttet werden), durch Kapitaleinlagen der Eigentümer oder durch Reduktion der Bilanzsumme (etwa durch Verkauf nicht betriebsnotwendiger Vermögenswerte oder Rückzahlung von Krediten). In der Praxis ist eine Kombination dieser Massnahmen meist am wirksamsten.
Findea unterstützt Sie gerne dabei, Ihre Eigenkapitalquote zu analysieren und gezielt Massnahmen zu identifizieren, die Ihre finanzielle Stabilität stärken.
Der komplette Leitfaden im Überblick
Dieser Artikel ist Teil unserer umfassenden Themenserie zu den wichtigsten Finanzkennzahlen für Schweizer KMU. Im kompletten Leitfaden zu den 10 wichtigsten Finanzkennzahlen für KMU finden Sie alle Kennzahlen auf einen Blick – von Rentabilität über Liquidität bis hin zur Finanzierungsstruktur.
Formel: Eigenkapitalquote
Eigenkapitalquote (%) = (Eigenkapital ÷ Bilanzsumme) × 100
Bilanzsumme = Summe aller Aktiven (bzw. Passiven)
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