5 Gründe, die Buchhaltung nicht selbst zu machen
Die Buchhaltung selbst zu führen, wirkt günstig, kostet KMU aber Zeit, Nerven und oft Geld. Fünf Gründe, warum sich das Auslagern lohnt, und weshalb für die meisten eine Mischform mit einem Treuhänder die beste Lösung ist.

Wer ein Unternehmen gründet, erledigt anfangs fast alles selbst, auch die Buchhaltung. Das erscheint naheliegend: Die Software ist günstig, die Belege liegen ohnehin auf dem eigenen Tisch und das Honorar für den Treuhänder kann gespart werden. Doch die Rechnung geht selten auf. Fünf Gründe, warum sich das Auslagern für die meisten KMU lohnt.
1. Ihre Zeit ist im Kerngeschäft mehr wert
Jede Stunde, die Sie mit Belegen, Kontierungen und Bankabgleichen verbringen, fehlt Ihnen bei Ihren Kunden, Produkten und Mitarbeitenden. Buchhaltung ist zudem keine Arbeit, die man einmal erledigt: Sie fällt jede Woche an und wächst mit dem Unternehmen mit. Rechnen Sie ehrlich: Was verdienen Sie in einer Stunde, in der Sie Ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen? In der Regel liegt dieser Betrag über den Kosten für eine Fachperson, die dieselbe Stunde Buchhaltung erledigt – und das sogar schneller.
2. Fehler können teuer werden
Eine falsch geführte Buchhaltung ist kein Schönheitsfehler, sondern kann strafrechtliche Folgen haben. Schon ein fehlerhaft aufgenommenes Inventar gilt als Pflichtverletzung und kann mit einer Geldbuße geahndet werden. Heikel wird es bei den Steuern. Steuerhinterziehung setzt keinen Vorsatz voraus. Wer ein Konto oder eine Kasse schlicht vergisst, macht sich ebenfalls strafbar und muss neben der Nachsteuer auch eine Busse zahlen. Ein Treuhänder arbeitet mit festen Abläufen und Kontrollen, die solche Lücken auffangen, bevor das Steueramt sie entdeckt.
3. Die Regeln ändern sich laufend
Mehrwertsteuer, Sozialversicherungsbeiträge, Lohnausweis, Abschreibungsregeln: Was letztes Jahr korrekt war, kann dieses Jahr bereits falsch sein. Wer die Buchhaltung intern führt, muss sich deshalb regelmäßig weiterbilden – zusätzlich zum Tagesgeschäft. Für Treuhänder gehört dieses Wissen hingegen zum Beruf. Sie sehen dieselben Fragen bei Dutzenden von Kunden, kennen die Praxis der Behörden und haben die Fristen im Griff. Sie müssen nicht selbst herausfinden, was sich geändert hat.
4. Sie verschenken Steuervorteile
Wer selbst bucht, ist meist froh, wenn am Ende alles aufgeht. Für die Frage, ob es auch besser ginge, bleibt keine Zeit und oft fehlt auch das nötige Wissen. Genau dort liegt jedoch Geld: bei Abschreibungen und Rückstellungen, bei der Wahl der Mehrwertsteuer-Abrechnungsmethode, beim Verhältnis von Lohn und Dividende oder bei Einkäufen in die Pensionskasse. Eine Fachperson, die Ihre Zahlen kennt, spricht solche Punkte von sich aus an. Oft holt sie damit ihr Honorar wieder herein.
5. Ihre Zahlen kommen zu spät, um damit zu führen
Die Buchhaltung zeigt Ihnen, wie es um Ihr Unternehmen steht: Wo kommt Geld herein, wo fließt es ab, wo lohnt sich eine Investition und wo sollten Sie sparen? Das funktioniert jedoch nur, wenn die Zahlen aktuell und verlässlich sind. In der Praxis bleibt die selbst geführte Buchhaltung oft liegen, wenn viel zu tun ist – also genau dann, wenn Sie den Überblick am dringendsten benötigen. Ein externer Partner liefert die Zahlen dagegen zu festen Terminen. Sie treffen Ihre Entscheidungen auf der Grundlage des letzten Monats und nicht des letzten Jahresabschlusses.
Fazit: Auslagern heisst nicht, alles abzugeben
Ob sich das Auslagern lohnt, hängt von der Größe des Unternehmens, der Komplexität der Buchungen und den vorhandenen Ressourcen ab. Wer nur wenige Buchungen hat und im Betrieb jemanden mit dem nötigen Fachwissen beschäftigt, für den ist eine interne Lösung durchaus sinnvoll. Für die meisten KMU ist eine Mischform am besten geeignet. Die einfachen, aber zeitintensiven Buchungen werden im Haus erledigt. Die anspruchsvollen Bereiche wie Jahresabschluss, Lohnbuchhaltung und Mehrwertsteuer-Abrechnung übernimmt der Treuhänder. Wählen Sie diesen Partner sorgfältig aus, denn solche Geschäftsbeziehungen halten oft über Jahre.

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