Verschuldungsgrad einfach erklärt

Der Verschuldungsgrad zeigt, wie stark Ihr Unternehmen über Schulden finanziert ist. Erfahren Sie, welche Werte als gesund gelten und welche Rolle der Leverage-Effekt spielt.

Verschuldungsgrad einfach erklärt
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Der Verschuldungsgrad, auch Debt-to-Equity Ratio genannt, ist eine der zentralen Kennzahlen zur Beurteilung der Finanzierungsstruktur eines Unternehmens. Er zeigt, in welchem Verhältnis Fremd- zu Eigenkapital steht – und damit, wie risikoreich Ihr Unternehmen finanziert ist.

Was ist der Verschuldungsgrad?

Der Verschuldungsgrad setzt das gesamte Fremdkapital ins Verhältnis zum Eigenkapital. Er wird meist in Prozent ausgedrückt und gibt Auskunft über die Abhängigkeit Ihres Unternehmens von Gläubigern.

Ein Verschuldungsgrad von 200 Prozent bedeutet beispielsweise, dass Ihr Unternehmen doppelt so viel Fremdkapital wie Eigenkapital hat. Bei 100 Prozent sind beide gleich gross, bei 50 Prozent überwiegt das Eigenkapital.

Warum ist der Verschuldungsgrad wichtig?

Für KMU ist der Verschuldungsgrad besonders relevant, weil er direkt die Kreditwürdigkeit beeinflusst. Banken prüfen diese Kennzahl genau, bevor sie Kredite vergeben oder verlängern. Ein hoher Verschuldungsgrad signalisiert Risiko – sowohl für Sie als Unternehmer als auch für potenzielle Gläubiger.

Zudem zeigt der Verschuldungsgrad das Insolvenzrisiko: Je höher er ist, desto anfälliger ist Ihr Unternehmen für Zinsanstiege, Umsatzeinbrüche oder Kreditkündigungen.

Berechnung des Verschuldungsgrads

Die Formel ist einfach: Sie teilen das gesamte Fremdkapital durch das Eigenkapital und multiplizieren das Ergebnis mit 100. Das Fremdkapital umfasst alle Verbindlichkeiten – sowohl kurz- als auch langfristige Schulden, Bankkredite, Rückstellungen und Lieferantenforderungen.

Ein konkretes Beispiel

Stellen Sie sich vor, Ihr Unternehmen hat ein Fremdkapital von 750'000 Franken und ein Eigenkapital von 250'000 Franken. Der Verschuldungsgrad berechnet sich folgendermassen: 750'000 geteilt durch 250'000 mal 100 ergibt 300 Prozent.

Das bedeutet, dass Ihr Unternehmen dreimal so viel Schulden wie Eigenkapital hat – ein deutlich erhöhter Wert, der finanzielle Risiken birgt.

Welcher Verschuldungsgrad ist gut?

Generell gilt: Je niedriger der Verschuldungsgrad, desto solider die Finanzierung. Für Schweizer KMU sind folgende Richtwerte sinnvoll: Werte unter 100 Prozent sind sehr gut, Werte zwischen 100 und 200 Prozent gelten als solide, und alles über 300 Prozent ist kritisch zu hinterfragen.

Allerdings: Ein gewisser Verschuldungsgrad ist nicht nur unvermeidbar, sondern auch sinnvoll. Fremdkapital ist meist günstiger als Eigenkapital und ermöglicht Wachstum. Der sogenannte Leverage-Effekt: Solange die Kapitalrendite über dem Fremdkapitalzins liegt, erhöht Fremdkapital die Eigenkapitalrendite. Bei steigenden Zinsen oder sinkenden Margen kehrt sich dieser Effekt allerdings um.

Branchenunterschiede beachten

Die Bewertung des Verschuldungsgrads ist stark branchenabhängig. Im Bauwesen sind Werte von 200 bis 300 Prozent üblich, während Beratungsunternehmen oft mit deutlich tieferen Werten arbeiten. Auch die Lebensphase des Unternehmens spielt eine Rolle: Wachstumsunternehmen finanzieren sich meist stärker mit Fremdkapital als etablierte Betriebe.

Verschuldungsgrad reduzieren

Wenn Sie Ihren Verschuldungsgrad senken möchten, gibt es drei Hebel: Schulden tilgen (Kredite zurückzahlen), Eigenkapital aufbauen (Gewinne einbehalten oder Kapitaleinlagen leisten) oder Bilanzsumme reduzieren (nicht betriebsnotwendige Vermögenswerte verkaufen).

Findea unterstützt Sie gerne dabei, Ihre Finanzierungsstruktur strategisch zu analysieren und optimal auf Ihre Unternehmensziele auszurichten.

Der komplette Leitfaden im Überblick

Dieser Artikel ist Teil unserer umfassenden Themenserie zu den wichtigsten Finanzkennzahlen für Schweizer KMU. Im kompletten Leitfaden zu den 10 wichtigsten Finanzkennzahlen für KMU finden Sie alle Kennzahlen auf einen Blick – von Rentabilität über Liquidität bis hin zur Finanzierungsstruktur.

Formel: Verschuldungsgrad

Verschuldungsgrad (%) = (Fremdkapital ÷ Eigenkapital) × 100

Auch bekannt als Debt-to-Equity Ratio

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